Modell und Diorama

von Klaus-Peter Gerheim

Ich habe schon immer gern Modellbau betrieben und speziell die Modellbaubögen der Firma Schreiber mit den alten Burgen und Schlössern hatten es mir angetan. Als ich mich dann nach Abschluss des Projektes „Klosterweg“ intensiver um die Brunnenburg kümmerte und dann auf den Untersuchungs- und Grabungsbericht von Günter und Ingrid Maag gestoßen bin, reifte in mir der Plan, einen Modellbaubogen vom Kloster Brunnenburg zu erstellen. Der Bericht ist so detailliert und ausführlich, dass ich direkt mit der Umsetzung beginnen konnte.

Ansicht von Süden

Ziel meines Projektes war es dem Betrachter einen möglichst realistischen Gesamteindruck der einstmals beachtlichen Klosteranlage zu geben aber auch das ganze so zu gestalten, dass ein Nachbau auch für den nicht versierten Modellbauer möglich wäre. Um daher das Modell nicht unnötig zu verkomplizieren, habe ich einige Vereinfachungen gegenüber den Grabungsergebnissen vorgenommen. Die gravierendste Änderung war die, dass ich alle Gebäudeteile auf eine ebene Fläche gesetzt habe. Die bei den Grabungen vorgefundenen Abweichungen im Niveau der Böden (z. B. befinden sich allein im Bereich der Klosterkirche 5 Höhenabstufungen) hätten das Modell erheblich komplexer gemacht, hätten aber kaum das grundsätzliche Aussehen des Modells und den Gesamteindruck verändert.

Einige Details wie zum Beispiel dem kleinen Turm auf der Klosterkirche, welche nicht eindeutig nachgewiesen werden konnten, habe ich trotzdem ins Modell übernommen. Teile die in den Abbildungen des Berichts nicht oder nur teilweise aufgeführt sind, habe ich gemäß den vorliegenden Abbildungen frei ergänzt. Speziell die Außenfassade der Konventgebäude wurde eher auf ein ansprechendes Äußeres als auf Originalgetreue, relativ frei gestaltet. Die Beschränkung nur auf die nachgewiesenen Fenster und Türöffnungen hätten den Gesamteindruck nachteilig beeinflusst und so habe ich einige Ergänzungen vorgenommen, welche hauptsächlich für ein realistisches Äußeres sorgen.

Als ich den Modellbaubogen fertiggestellt hatte, kam die Idee das Modell für die Erstellung eines kompletten Dioramas zu nutzen. Hier konnte ich gut meine Kenntnisse im Eisenbahnmodellbau nutzen und die gestalterischen Aufgaben von Felsformationen und die Geländegestaltung haben mir sehr viel Spaß gemacht, jeder kleine Strauch in den Felsen, die geschotterten Wege, der Gemüsegarten und die Obstbäume haben das Diorama verfeinert. Wobei ich auch hier immer wieder darauf achten musste keine Fehler zu machen. Als ich zum Beispiel das Kartoffelfeld mit den Hügelreihen gestalten wollte, habe ich noch rechtzeitig gemerkt, dass die Kartoffel erst nach der Auflösung des Klosters nach Europa gekommen ist und in den Einrich sicherlich noch sehr viel später angekommen ist.

Als alles fertiggestellt war, konnte ich das Diorama im Rahmen einer Ausstellungsreihe „Objekt des Monats“ im Regionalmuseum im August 2012 im Grafenschloss in Diez präsentieren. Bei der Auftaktveranstaltung hatte ich die Möglichkeit meine Arbeit und das Diorama einigen sehr interessierten Besuchern vorzustellen.

Heute ist das Diorama im Einrichmuseum in Katzenelnbogen zu besichtigen.

Klaus-Peter Gerheim