Vor-Ort-Termin am 03.06.2026
Fachleute erneut an der Brunnenburg: Nächster Schritt zum Erhalt der Anlage
Wie kann ein fast 800 Jahre altes Stück Heimat für die Zukunft bewahrt werden? Diese Frage stand erneut im Mittelpunkt eines Ortstermins an der Brunnenburg. Vertreterinnen und Vertreter aus Denkmalpflege, Fachbehörden, Ingenieurwesen und Ehrenamt kamen zusammen, um die nächsten Schritte für den Erhalt der historischen Anlage zu besprechen.
Bereits am 20. November 2025 hatten sich Vertreter der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland Pfalz und der Denkmalpflege der Kreisverwaltung Rhein Lahn Kreis ein erstes Bild von der Situation vor Ort gemacht. Beim nun folgenden Termin wurde der fachliche Kreis erweitert. Neben mehreren Vertretern der GDKE, darunter die Direktion Landesarchäologie, nahm erstmals auch das Ingenieurbüro Schwab | Lemke teil.
Zustand der Brunnenburg macht Hoffnung
Die Einschätzung der Fachleute fiel vorsichtig, aber ermutigend aus. Trotz jahrhundertlanger Witterungseinflüsse und des starken Bewuchses ist die Bausubstanz der Brunnenburg in Teilen noch vergleichsweise gut erhalten. Für eine historische Ruinenanlage dieser Art ist das keine Selbstverständlichkeit.
Diese Bewertung zeigt, dass die bisherigen Schritte wichtig und richtig waren. Der Einsatz der vergangenen Monate hat dazu beigetragen, den tatsächlichen Zustand der Anlage besser sichtbar und fachlich bewertbar zu machen.
Vorarbeiten durch Verein und Fachbehörden
Eine fundierte Einschätzung war erst möglich, nachdem umfangreiche Vorarbeiten geleistet wurden. Der Heimat und Kulturverein Bremberg e. V. hat die Anlage weitgehend von Bewuchs befreit, wie es im vergangenen Jahr vereinbart worden war.
Darüber hinaus hat die GDKE im Frühjahr neue Vermessungen und Dokumentationen durchgeführt. Diese Daten bilden nun eine wichtige Grundlage für alle weiteren Überlegungen und Maßnahmen.
Efeu bleibt vorerst an den Kirchenwänden
Ein besonderes Thema des Termins war der Bewuchs an den Kirchenwänden. Das Efeu darf dort vorerst nicht vollständig entfernt werden. Nach Einschätzung der Fachleute kann es derzeit teilweise eine stützende Funktion für die historischen Mauern übernehmen.
Deshalb wird das Efeu zunächst weiter zurückgeschnitten, ohne die Mauern unnötig zu gefährden. Erst auf dieser Grundlage können weitere Untersuchungen und Entscheidungen folgen.
Bautechnisches Gutachten als nächster Schritt
Als nächster konkreter Schritt wird das Ingenieurbüro Schwab | Lemke einen Kostenvoranschlag für ein bautechnisches Gutachten erstellen. Dieses Gutachten ist eine wichtige Voraussetzung, um mögliche Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen planen zu können.
Damit rückt erstmals eine konkrete fachliche Maßnahme in den Mittelpunkt, die auch finanziell beziffert werden kann. Für das Projekt ist das ein wichtiger Fortschritt.
Weitere Schritte brauchen Zeit
Noch ausstehend ist die Eintragung der Satzungsänderung des Heimat und Kulturvereins Bremberg e. V. beim Amtsgericht. Erst danach können weitere organisatorische Schritte vorbereitet werden.
Bei einem historischen Bauwerk wie der Brunnenburg greifen Denkmalpflege, Fördermöglichkeiten, Eigentumsfragen, Fachgutachten und Genehmigungen ineinander. Solche Prozesse brauchen Zeit und Sorgfalt. Für den langfristigen Erhalt der Anlage ist genau diese Sorgfalt entscheidend.
Gemeinsam für den Erhalt der Brunnenburg
Der Termin hat gezeigt, dass die Brunnenburg nicht nur ein historisches Bauwerk ist. Sie ist ein Ort, mit dem viele Menschen Erinnerungen, Heimatgefühl und Verantwortung verbinden.
Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, Unterstützerinnen und Unterstützern sowie allen, die dieses Projekt mit Interesse, Fachwissen oder ehrenamtlichem Einsatz begleiten.
Auf brunnenburg.de werden wir weiterhin über die Entwicklung informieren, historische Hintergründe vorstellen und Einblicke in die nächsten Schritte geben.
