Äbtissinnen und Amtsträger der Brunnenburg
Das Kloster Brunnenburg war über Jahrhunderte eine lebendige geistliche Gemeinschaft. Trotz der dürftigen Quellenlage lassen sich dank des Arnsteiner Nekrologs und vereinzelter Urkunden zahlreiche Namen überliefern. Frauen und Männer, die diesem Ort prägten.
Die geistliche Hierarchie
Das Kloster war in eine klare Rangordnung eingebettet, an deren Spitze der Abt von Arnstein stand, dem Brunnenburg in geistlicher Hinsicht unterstand:
- Abt
Stift Arnstein. Oberste geistliche Aufsicht. - Probst
Geistlicher Leiter vor Ort; von Arnstein entsandt - Äbtissin
Vorsteherin des Konvents. - Priorin
Stellvertreterin der Äbtissin - Küsterin
Verantwortliche für Kirchenraum und Liturgiegeräte
Anders als bei den Arnsteiner Tochterklöstern besaß der Brunnenburger Konvent das Recht der freien Wahl seiner Vorsteherin. Am Ende des 15. Jahrhunderts übte der Trierer Erzbischof ein Bestätigungsrecht bei der Äbtissinnenwahl aus.
Die Pröbste
Die geistlichen Leiter Brunnenburgs trugen den Probsttitel. Ein Hinweis auf ihren besonderen Rechtsstatus gegenüber den Prioren der Arnsteiner Tochterklöster. Ihre genauen Aufgaben sind nicht vollständig überliefert.
Bezeugt 1225
Möglicherweise identisch mit dem im Arnsteiner Nekrolog kommemorierten Heinrich (5. Januar, 13. Jh.), der vor seinem Tod auf sein Amt verzichtete.
1247 – 1250
Wurde 1254 zum Abt gewählt.
1358
Im Arnsteiner Nekrolog am 20. März kommemoriert.
14- 15. Jahrhundert (20. August)
Das Kloster wird in seiner Memorie nicht genannt. Da für diesen Zeitraum keine fremden Pröbste eingetragen wurden, dürfte es sich um einen Brunnenburger Probst handeln.
15. Jahrhundert (26. Juni)
Nur im Arnsteiner Nekrolog überliefert.
Die Äbtissinnen
Die Äbtissinnen standen an der Spitze des Konvents. Viele ihrer Namen sind einzig dem Arnsteiner Nekrolog zu verdanken, einem Gedenkbuch, das die enge geistliche Verbundenheit zwischen Arnstein und Brunnenburg bezeugt.
urkundlich bezeugte Äbtissinnen
1343 (20. Jan. und 8. Apr.)
Memorie vom 7. Oktober im Arnsteiner Nekrolog.
1405 – 1406
Nassauische Annalen 85, S. 212.
1420 (31. Dezember)
Wahrscheinlich kommemoriert am 12. September im Arnsteiner Nekrolog.
143? und 4. Dezember 1439
1471–1474
Memorie vom 4. Dezember im Arnsteiner Nekrolog. Verzichtete vor ihrem Tod auf ihr Amt.
1493 (24. Apr.)
Bestätigung ihrer Wahl durch den Erzbischof von Trier.
† 10. Jan. 1507
1507 (10. Sep.)
Bestätigung ihrer Wahl durch den Erzbischof von Trier. Kommemoriert am 12. Mai im Arnsteiner Nekrolog.
1535 (26. Dez.)
Letzte namentlich bekannte Äbtissin vor der Auflösung 1542.
nur im Arnsteiner Nekrolog überliefert
Vor 1240 (26. Okt.)
Möglicherweise die erste Äbtissin des Klosters.
Ca. 1240–1250 (25. Dez.)
13. Jh., nach 1233 (30. Jul.)
ehemalige Äbtissin
13. Jh. (5. Apr.)
13.–14. Jh. (15. Apr.)
ehemalige Äbtissin
Ende 13.–Anfang 14. Jh. (13. Mär.)
Ende 13.–Anfang 14. Jh. (30. Apr.)
14. Jh. (1. Mär.)
14. Jh. (12. Mär.)
Priorinnen und Küsterinnen
Unterhalb der Äbtissin sorgten Priorinnen und Küsterinnen für den geordneten Ablauf des klösterlichen Lebens.
Priorinnen
1343
Vielleicht identisch mit der im Nekrolog am 11. Juni kommemorierten Priorin Elisabeth (14. Jh.).
1471–1480
1535 (26. Dez.)
13. Jh. (23. Mai)
Nur im Arnsteiner Nekrolog überliefert.
Ende 13.–Anfang 14. Jh. (28. Dez.)
13.–15. Jh. (6. Sep.)
Ende 14.–Anfang 15. Jh. (1. Feb.)
15. Jh. (13. Sep.)
Küsterinnen
1420 (31. Dez.)
143?
15. Jh. (9. Apr.)
Nur im Arnsteiner Nekrolog überliefert.
Quelle: Bruno Krings, Arnstein a. d. Lahn im Mittelalter, S. 627–629.